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12.01.2012: Sprache fördern und Chancen ermöglichen

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Osthofener Kitas im Bundesprogramm „Frühe Chancen"

Osthofen, 12. Januar 2012
201201bildung_fruehechancen_osthofenEtwa die Hälfte der Kinder in die Kindertagesstätte St. Burkhard des Caritasverbandes in der Rheinstraße sprechen anfänglich kein Wort Deutsch. Darüber hinaus werden in der Kita Regenbogen im Stärkmühlweg 15 Kinder unter drei Jahren betreut. All diese Kinder benötigen eine besondere Sprachförderung. Deshalb hat sich die Caritas für das Bundesprogramm „Frühe Chancen" beworben – und das mit Erfolg. Seit Juli 2011 sind die beiden Kitas im Verbund Schwerpunkt-Kitas für Sprache und Integration, wie Caritasdirektorin Margret Mayer dem Bundestagsabgeordneten Klaus Hagemann (SPD) bei einem Besuch vor Ort berichtete.

Das Projekt „Frühe Chance" richtet sich nicht nur speziell an Kinder mit Migrationshintergrund, sondern an alle Kinder mit Sprachproblemen. Es wird weitgehend durch den Bund finanziert und dauert mit einer Laufzeit von drei Jahren vergleichsweise lange an. Insgesamt erhalten die beiden Osthofener Kitas bis Ende 2014 bis zu 187.000 Euro aus Bundesmitteln. Das Budget sieht für jede Kita unter anderem eine halbe Stelle zur qualifizierten Sprachförderung vor. In der Kita Regenbogen hat das Katrin Hofmeister übernommen und in St. Burkhardt Hiltrud Günther. Beide fördern nicht nur die Sprachkompetenzen der Kinder, sondern darüber hinaus nehmen sie auch eine Querschnittsaufgabe in der Kita wahr, um Sprachförderung konzeptionell zu verankern. Das bedeutet auch mit den Kolleginnen regelmäßig einen inhaltlichen Austausch zu führen. „Sprachförderung findet schon immer statt, nur jetzt viel bewusster. Mit der zusätzlichen halben Stelle ist hierfür auch endlich mehr Zeit. Wir können mit Kindern einzeln arbeiten und darüber hinaus bei den Eltern gezielt Probleme ansprechen", zeigten sich Günther und Hofmeister begeistert. „Von unserem ganzheitlichen Ansatz profitieren nicht nur die Kinder, die speziell an der Sprachförderung teilnehmen", erläuterte Sabine Selig, Leiterin der Kita Regenbogen, einen weiteren Vorteil dieses Programms. Denn überwiegend wird die Sprachförderung in den Alltag der Kita integriert: So werden alle Aktivitäten, wie beispielsweise das Frühstück, bewusst mit Sprache begleitet und bewusste Sprachanlässe geschaffen. Die Sprachförderkräfte empfehlen auch den Eltern, mehr mit ihren Kindern zu sprechen. „Sprache frühzeitig zu fördern ist grundlegend wichtig. Entwicklung, Lernfähigkeit und damit die gesamten beruflichen Perspektiven eines Kindes können so von Kindheit an positiv beeinflusst werden. Es freut mich, dass in Osthofen gleich zwei Kitas gefördert werden", sagte Hagemann, der stellvertretender Vorsitzender im Jugendhilfeausschuss des Landkreises ist und selbst viele Jahre als Deutschlehrer tätig war.

Die „Gefühlssprache" als Muttersprache
„Probleme entstehen bei vielen Kindern mit Migrationshintergrund, weil Eltern ihnen als erste Sprache Deutsch beibringen möchten, ohne es selbst richtig zu beherrschen. So schleichen sich Fehler ein, die im Nachhinein nur schwer zu beheben sind", berichtete Susanne Seluga, Leiterin der Kita St. Burkhard. Deshalb empfehlen Erzieherinnen den Eltern inzwischen mit den Kindern die eigene „Gefühlssprache" zu sprechen. Denn auch wenn Kinder ohne Deutschkenntnisse in die Kita kommen, nach etwa einem Jahr könnten sie sich problemlos auf Deutsch verständigen.

Von den 22 Kindern in der Kita St. Burkhard sind die Hälfte Ganztagskinder. In der Kita Regenbogen sind 44 der insgesamt 80 Plätze für den Ganztagsbetrieb reserviert. Jedoch nicht nur aufgrund des wachsenden U-3- und Ganztagsbereiches reichen laut Mayer die Kapazitäten nicht aus: „Auch weil Osthofen entgegen dem Trend um junge und kinderreiche Familien weiter wächst, benötigen wir mindestens noch zwei zusätzliche Gruppen".

Carina Schwarz

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